bella italia…
Montag, 26. September 2011, 20:54
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Ich bin ausgewandert. Nach Italien. Klingt super, oder?
Jeder, der professionell mit Depressionen zu tun hat, sagt einem als wichtigen Ratschlag: Keine lebensverändernden Entscheidungen treffen. Ich hab’s trotzdem gemacht.
Mit zwei family-Packungen Antidepressiva im Gepäck, einer Freundin, einem Hund.

Eine Woche bin ich nun da. Und ich frage mich, ob ich nicht vollkommen bescheuert bin. Mit Panikattacken habe ich mich durch meine letzte Arbeit gequält, vor jeder Erledigung Ängste ausgestanden. Und nun soll ich das alles tun – in einem fremden Land, dessen Sprache ich nicht besonders gut beherrsche?!

Ich frage mich, ob es das wert ist. Die Lebenserfahrung, das Geld, der Bonus im Lebenslauf und dafür weg zu sein von Freunden, Familien, von “Zuhause”, von Sich-auskennen und -wohlfühlen.
Vielleicht ist eine Woche zu früh, um das zu entscheiden. Nein, nicht vielleicht. Ganz sicher.
Und ganz sicher kann man auch in einer Woche noch nicht alles geschafft und erledigt haben.
Und ganz sicher fällt das Einkaufen, Essen gehen, Sich-zurecht-finden am Anfang jedem schwer.

Das alles sagt mein Kopf. Mein Kopf sagt auch: “Hey, Frau K., guck mal, wie viel du schon geschafft hast. Das hier ist Italien. Das hat noch Zeit. Einen Schritt nach dem nächsten.”
Aber das Monster in mir schreit und kratzt und beißt. Jede Nacht. Jede Minute, in der ich zur Ruhe komme. “Du schaffst das nicht, du schaffst das nicht. Du musst noch so viel machen – das schaffst du nicht. Dein Italienisch reicht nicht. Hahaha!”

Leider ist das Monster lauter.

Ich bin nicht allein, das hilft.
Und das Meer und die Sonne helfen auch.
Ja, es ist toll hier. Für ein paar wundervolle Sekunden genieße ich das Wetter und die Landschaft und die Liebe, bis mir wieder einfällt, dass das hier kein Urlaub ist, sondern meine neue Lebenswirklichkeit. Und das Monster fängt wieder an zu schreien.

Es gibt einen Blog. Einen Blog, den wir gemeinsam betexten. Mit unseren Erfahrungen, Eindrücken, Erlebnissen. Ich denke, er liest sich unterhaltsam. Er ist auch nicht falsch. Aber das ist nur eine Seite von mir. Die Seite, die Späße macht, die den Eltern am Telefon sagt “Alles ist gut”, die selbstbewusst ins Einwohnermeldeamt geht, die mit den neuen Kollegen scherzt. Die andere, vom Monster regiert, ist zu stolz (Ist es Stolz?) um Hilfe anzunehmen, will den Kopf in den Sand stecken, kriegt Brechreiz vor jedem Kontakt mit anderen, ist überzeugt, es hier nie zu schaffen, weint jede Nacht, meldet sich lieber gar nicht bei Freunden, weil sie nicht schwach sein will und weil alle es doch so toll finden, kriegt den Mund nicht auf, um um Hilfe zu rufen …

Nur hier , nur in diesem Blog…



Ich. Hab. Es. Satt.
Dienstag, 19. April 2011, 12:33
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Die ganze Zeit dieses Schauspielern und Verstellen.
Das kostet Kraft und zeigt immer wieder, wie weit weg man noch vom “normalen” Leben ist.

Nein, das will ich dann nicht auch noch bei meinen Freunden!
Verständnis erwart ich ja gar nicht (mehr), aber wenigstens Akzeptanz, denn, nein!, das ist nicht egoistisch.

So. Dass das mal klar ist.



Zählen, was zählt
Freitag, 8. April 2011, 18:45
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In dem schon erwähnten Buch “Feeling good” wird eine Methode vorgestellt, bei der man mit einem Counter all die Dinge zählen soll, die man an einem Tag aus eigenem Antrieb macht. Also ohne schlafen, vorm Internet hängen und so.
Heute ist ein guter Tag, da probier ich das doch mal aus: …weiterlesen



Ich blogge nicht, also geht’s mir gut?
Donnerstag, 7. April 2011, 11:39
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Leider nicht ganz. Die letzten Tage habe ich mich fast ausschließlich in der Wohnung verkrochen. Allerdings nicht unter der Bettdecke sondern hinter Farbeimern. Denn statt zu schreiben, habe ich mit dem Pinsel (!) die halbe Wohnung bunt angestrichen. Das Ergebnis – voilà:

07042011605

07042011604

07042011603



Loslaufen statt weglaufen
Donnerstag, 31. März 2011, 13:23
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Nach dem Totalausfall gestern, hab ich beschlossen, das heute besser zu machen. Also kein Panik-Wein-Anfall!

Heute nicht.

Also hab ich mich nach dem Duschen in meine neue Jogginghose und die neuen meine ersten Laufschuhe geworfen und 30 Minuten Workout (mit Hilfe eines sehr empfehlenswerten unkonventionellen Buchs) gemacht. Erkenntnis: Ich bin so was von unsportlich. …weiterlesen



jetzt auch bei twitter
Donnerstag, 31. März 2011, 11:43
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http://twitter.com/365letztetage

An der Verlinkung arbeiten wir noch.



Liebestraum
Mittwoch, 30. März 2011, 22:32
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Ich blogge, also bin ich geht’s mir schlecht. …weiterlesen



Ein Sack Reis
Dienstag, 29. März 2011, 19:56
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Ich dreh mich nur um mich.
Ich nehme mich die ganze Zeit wahr, bin mir meiner so bewusst. Klingt gar nicht so schlimm, oder?
Ist es aber. Jede fucking Sekunde Schmerz zu spüren und Traurigkeit und Angst und Mitleid und Zweifel. Selbstmitleid. Selbstzweifel. Selbst. Selbst. Selbst.

Die Welt da darußen interessiert mich einen Scheiß.
Die kleine vor meinem Fenster. Und die große in Internet und Fernsehen.
Vor der kleinen habe ich Angst, sie macht mich traurig und wütend. All die Menschen, die die Sonne genießen. Die überhaupt da sind, um die ich herumgehen oder -fahren muss, mit denen ich mich unterhalten muss, die mich wahrnehmen, die ich wahrnehme. Und dann dieser Frühling, den ich so liebe, und der mich die ganze Zeit an ein anderes, früheres Leben erinnert, daran, was alles nicht mehr geht, mir ein schlechtes Gewissen macht.
Schon eine kurze Einkaufstour wird zur Herausforderung, wie andere sie in einer Weltreise sehen. So viele Geschäfte, so viele Marken, so viele “das beste für…” – und so viele Entscheidungen.

Die große ist mir egal. Ja, egal. Es tut mir leid. Aber es geht mir am A… vorbei. Die Atomkatastrophe in Japan. Der Krieg in Libyen. Die hungernden Kinder in Lima. Die unterdrückten Frauen im Sudan.
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top five
Dienstag, 29. März 2011, 13:49
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der gut gemeinten Ratschläge:

- Du darfst die Hoffnung nicht aufgeben.
- Ich weiß, wie du dich fühlst.
- Du musst es nur wollen.
- Tu das, was dir gut tut.
- Ein Spaziergang tut immer gut.
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Es soll aufhören. Bitte…
Dienstag, 29. März 2011, 11:23
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Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr.
Ich will nicht jeden Morgen aufwachen und denken: Oh nein, ein neuer Tag.
Ich will mich nicht mehr quälen müssen um aufzustehen.
Ich will nicht 15 Minuten brauchen müssen, um entscheiden zu können, womit ich mein Brötchen belege.
Ich will keine Angst mehr vor der Aufgabe “duschen” haben.

Bitte.
Mach, dass es aufhört.
Ich lass mir jeden Tag eine Spritze geben, aber es soll aufhören!